Kinderarbeit bei Aldi-Produkten?

Erst wollte ich den Titel „Jetzt auch Kinderarbeit bei Aldi-Produkten“ nehmen, aber das „Jetzt auch…“ kam mir dann etwas zu irnoisch vor.

Die Süddeutsche Zeitung berichtet heute über eine aktuelle Studie der globalisierungskritischen Organisation Südwind. Die gesamte Studie kann ich sehr zum Lesen empfehlen, das Dokument gibt es bei Südwind als PDF zum Download.

Zurück zum Thema. Ich denke viele haben das sowieso vermutet, die unglaublichen Preise legen es mehr als nahe. Aber so irgendwie war für mich persönlich Alid noch der „anständigste“ Discounter von allen, wenn man das so sagen kann.

Aber nicht nur Kinderarbeit sondern auch selbstverständliche Privilegien wie zeitnahe Lohnausschüttung oder humane Arbeitszeiten deckt die Studie, welche bereits zum zweiten mal (2007 das erste mal) erscheint, auf. Hey Leute, 90 Stunden bei teilweise Minderjährigen, die dann noch Kaution für das „Privileg eines Fabrikjobs“ zahlen müssen? Da weiß ich aber was ver.di & Co. hier in Deutschland machen würde. Gut, mit Deutschland lässt sich Asien nicht direkt vergleichen, aber der negative Unterschied ist schon mehr als krass.

Fazit: Finger weg von den Billig-Produkten bei Aldi, egal ob Werkzeug (schneidet meist sowieso miserabel bei Funktions- und Sicherheitstests ab), keine sonstigen Entertainment- und Elektroprodukte etc.

UPDATE: Ein weiterer Artikel bei der Süddeutschen Zeitung Online mit dem schönen abschließenden Fazit (bzgl. Billigware aus China) „Und wer es jetzt nicht weiß, der will nicht wissen, sondern haben“.

Aus der oben genannten Studie geht auch hervor, dass bei Discountern respektive Aldi vor allem die Besserverdienenden die größte Kundengruppe darstellen. Tja, besser verdienen ist halt noch leider immer nicht mit besser wissen und besser handeln gleich zu setzen. Traurig traurig…

Augen auf beim Milch-Einkauf

Wer zufällig in der kommenden Zeit beim Milch-Einkauf (u.a. Aldi, Lidl, Penny) auf der Milchverpackung den Hinweis „ESL“ lesen sollte: bitte nicht erschrecken. Nein, es handelt sich hierbei nicht um ESeLs-Milch. ESL steht für „Extended Shelf Life“. Meist muss man sich aber gehörig anstrengen, um den Hinweis zu finden, diese wird nämlich (derzeit) noch sehr klein und versteckt aufgedruckt.

Nach wie vor steht auf den Milchverpackungen „Frische Milch“ oder ähnlich, was Verbraucherschützer bereits bemängeln. Bei der ESL-Milch handelt es sich nämlich nicht mehr um richtige frische Milch sondern um hitzebehandelte Milch, ähnlich wie bei H-Milch. Nur dass bei ESL nicht auf 135°C sonder „nur“ auf 127°C erhitzt wird, um schädliche Keime abzutöten.

Derzeit läuft eine rege Diskussion, nicht nur wegen dem ungenügend sichtbaren Hinweis auf den Verpackungen, sondern auch zur Milchqualität als solches. Einen interessanten Artikel hierzu gibt es bei der taz. Lustig finde ich hier die Aussage von Michael Brandl, seines Zeichens Chef des Milchindustrieverbandes. Der sagt nämlich lt. dem Artikel, dass die neuartig behandelte Milch „…vom Verbraucher nachgefragt würde.“. Hmm, was hier wohl zuerst kommt, die Henne oder das Ei?

Bei mir gibt es schon lange keine Milch mehr vom Discounter, sondern ausschließlich Bio-Milch – nicht nur weil ich die hyperkommerziellen Milchkonzerne nicht unterstützen möchte.

UPDATE: In der aktuellen Ausgabe der ZEIT erscheint ein höchstwahrscheinlich interessanter Artikel mit dem Titel „Abschied von der Natur“. Hier gehts zur Vorschau, ab Donnerstag den 29.01.2009 dann auch im Zeitschriftenhandel.

Bzgl. Inaktivität in eigener Sache

Es hat mich erstaunt, dass nun doch immer wieder Stupser von anderen Lesern kommen die wissen möchten, weshalb es denn hier so still ist.

Puh, und ich dachte schon, das Ding hier liest eh keiner. Na ja, ich hatte viel zu arbeiten (nein ich schleppe keine Kisten bei Lidl, Aldi etc.) und irgendwo muss der Mensch ja Prioritäten setzen. Schließlich ist das Geld für Biolebensmittel und nachhaltige Waren ganz schön hart verdient 😉

Ich werde mich bemühen, wieder öfter zu posten und möchte auch zum Ausdruck bringen, dass ich mich über jeden konstruktiven und netten Kommentar, Hinweis, Vorschlag, Diskurs sehr freue.

eLidl

Schon etwas älter die Meldung, trotzdem möchte ich sie der Vollständigkeit halber verlinken, da es sich hier ja auch um den einen Discounter handelt.

„Der Lidl Online-Shop vor dem endgültigen Start“ (via Exciting Commerce)

Hurra! Wir haben alle lange darauf gewartet. Tschuldigung, etwas Ironie muss sein in der heutigen Zeit.

Für Lidl bedeutet das natürlich die Schaffung eines neuen Absatzkanales, oder auf gut Deutsch „Channels“. Hochaktuell, gut auffindbar über Suchmaschinen, geringe Kosten oder zumindest geringere Kosten als ein lokales Ladengeschäft zu betreiben (wenn man es schlau anstellt).

Mit Tchibo, Plus und anderen nun einer der nächsten ganz großen die sich ins Internet wagen. Aldi wird sich das wahrscheinlich noch, in altbewährter Marnier, etwas ansehen, verstehen, lernen, und auch ruff damit…

Was bedeutet das alles wieder im Bezug auf Nachhaltigkeit? Na ja, eigentlich einfach nur, dass die ganze nichtnachhaltige Grüze nun auch über das Netz bezogen werden kann.

Lidl würde ich empfehlen, in den Shop KEINE Community-Features einzubauen. Denn die schlechten Bewertungen auf diverses Billighandwerkszeug aus Asien oder die von sonstwem in Asien billigst produzierten Klamotten könnte nur ein Redaktionsteam von der Größe eines afrikanischen Kleinstaates weg-moderieren. Ich komme nur drauf weil im Quelltext auf eTracker verwiesen wird, eine Firma die sich mit Live-Nutzerumfragen auf Websites und Besucherkennzahlen beschäftigt.

Aus eCommerce-Sicht ist das ja alles nett und schön, dass die Discounter sich nun auch ins Netz wagen. Aber ich hege noch immer die Hoffnung, dass sich Shops die Meinungen von anderen zulassen und wo die Community das Marketing übernehmen wird kann, langfristig gesehen überleben und die anderen verpuffen.

Wo die Discounter überall sparen

Gespart wird bei den Discountern kräftig an allen Ecken. Klar, wie sollen sonst diese niedrigen Preise zustande kommen. Dass das Sparen oft auch auf die Gesundheit gehen kann, hat nun ein Test der Stiftung Warentest nachgewiesen.

Stiftung Warentest hat sich vieler verschiedener Mineralwasser von unterschiedlichen Discountern und Supermärkten, sowie auch von großen Marken, angenommen. Das Ergebnis ist ziemlich ernüchternd wie ich finde. Da fast alle Mineralwässerchen in Plastikflaschen (PET) verkauft werden, die den Giftstoff Acetaldehyd enthalten, ist das Wasser dann gar nicht mehr sooo gesund. Auf jeden Fall ist Acetaldehyd ein als gesundheitsschädlich eingestufter Stoff, der zu Schäden an der Leber führen kann, und sollte deshalb auf keinen Fall in PET-Flaschen vorzufinden sein.

Auch hier wieder stelle ich mir und der Welt die Frage: geht’s nicht auch gesund, beim gleichen Preis? Oder dann halt ein paar Cent mehr fürs Mineralwasser (oder welches Getränk auch immer in den PET-Flaschen verkauft wird) und dafür gesundheitlich unbedenklich?

Das Manager Magazin hat hier einen Artikel zu dem Test online.

Plus + Netto = Noch mehr Homogenität

Heute hat das Kartellamt dem Aufkauf der Discounter-Kette Plus durch die Discounter-Kette Netto zugestimmt. Netto befindet sich in Händen von EDEKA, die jedoch nicht alle Plus-Filialen (noch in der Hand von Tengelmann) übernehmen darf, um nicht in kartellrechtliche Zwänge zu geraten.

Meist fördern solche Fusionen Arbeitsplatzabbau. Zwar wird dies noch schöngeredet bzw. dementiert, aber die Vergangenheit hast meistens recht. Was mich aber wirklich noch mehr erschreckt, ist dass die Landschaft das Geschäftsfeld der Discounter nun noch homogener wird. Durch den Zusammenschluss rückt EDEKA damit an Stelle drei hinter ALDI und Lidl.

Hervorragend, künftig dann nur noch superbillig-nullnachhaltig oder superteuer-zweifelhaftnachhaltig oder was? Sehr Verbraucherorientiert, das alles…

Ein weiterer Kandidat

Wer bei Discountern nur an Lebensmittel denkt liegt etwas daneben. Ich darf Wikipedia mal kurz zitieren: „Als Diskonter bzw. Discounter (von engl. discount = Preisnachlass, Rabatt) bezeichnet man Unternehmen des Einzelhandels, die sich durch ein schmales Warensortiment, einfache Warenpräsentation, kleine Verkaufsflächen und durch diese Kosteneinsparungen ermöglichte geringe Preise auszeichnen.“

Und seit heute mit auf meiner Liste: Tchibo. Dass die nicht erst seit gestern zu den nicht unbedenklich handelnden Unternehmen zählen dürfte allgemein bekannt sein. Aber seit gestern wird wieder durch eine beachtliche Aktion der Bloggerin Kirsten Brodde Tchibo wieder etwas mehr ins Scheinwerferlicht der kritischen Konsumenten gehieft.

Ganz kurz: es geht um Produkte, welche durch Kinderarbeit für Tchibo hergestellt werden. Bitte unbedingt lesen, auch den Artikel hier im SPIEGEL Online.

Wo mich dann wirklich ein harter Schlag getroffen hat: Spreadshirt soll die T-Shirts für Tchibo produziert haben. Da fällt mir gar nichts mehr ein, ich bin enttäuscht, so ein klug und erfolgreich aufgezogenes Unternehmen mit solch negativen Schlagzeilen in Berührung zu sehen.

Ich hoffe imständig, dass die weitere Recherche von Frau Brodde die ganze Wahrheit ans Licht bringt. Wahnsinn wäre wenn wir demnächst lesen könnten: „Spreadshirt lässt von Kinderhand produzieren“…