Artikel bei SZ Online zu Lidl und Billigtextilien

Ein Artikel über die passive Unterstützung von Kinderarbeit durch Discounter steht heute bei SZ online http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/834/507985/text/ .

Wer Kinder hat kennt das Problem ja vielleicht: man kann nicht immer alles a) genau prüfen weil Informationen gänzlich fehlen, b) zu hundert Prozent die Herstellung nachvollziehen und c) sich andererseits die meist teurere Kleidung aus besseren Quellen leisten.

Wie geht es euch da?

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eLidl

Schon etwas älter die Meldung, trotzdem möchte ich sie der Vollständigkeit halber verlinken, da es sich hier ja auch um den einen Discounter handelt.

„Der Lidl Online-Shop vor dem endgültigen Start“ (via Exciting Commerce)

Hurra! Wir haben alle lange darauf gewartet. Tschuldigung, etwas Ironie muss sein in der heutigen Zeit.

Für Lidl bedeutet das natürlich die Schaffung eines neuen Absatzkanales, oder auf gut Deutsch „Channels“. Hochaktuell, gut auffindbar über Suchmaschinen, geringe Kosten oder zumindest geringere Kosten als ein lokales Ladengeschäft zu betreiben (wenn man es schlau anstellt).

Mit Tchibo, Plus und anderen nun einer der nächsten ganz großen die sich ins Internet wagen. Aldi wird sich das wahrscheinlich noch, in altbewährter Marnier, etwas ansehen, verstehen, lernen, und auch ruff damit…

Was bedeutet das alles wieder im Bezug auf Nachhaltigkeit? Na ja, eigentlich einfach nur, dass die ganze nichtnachhaltige Grüze nun auch über das Netz bezogen werden kann.

Lidl würde ich empfehlen, in den Shop KEINE Community-Features einzubauen. Denn die schlechten Bewertungen auf diverses Billighandwerkszeug aus Asien oder die von sonstwem in Asien billigst produzierten Klamotten könnte nur ein Redaktionsteam von der Größe eines afrikanischen Kleinstaates weg-moderieren. Ich komme nur drauf weil im Quelltext auf eTracker verwiesen wird, eine Firma die sich mit Live-Nutzerumfragen auf Websites und Besucherkennzahlen beschäftigt.

Aus eCommerce-Sicht ist das ja alles nett und schön, dass die Discounter sich nun auch ins Netz wagen. Aber ich hege noch immer die Hoffnung, dass sich Shops die Meinungen von anderen zulassen und wo die Community das Marketing übernehmen wird kann, langfristig gesehen überleben und die anderen verpuffen.

Ein weiterer Kandidat

Wer bei Discountern nur an Lebensmittel denkt liegt etwas daneben. Ich darf Wikipedia mal kurz zitieren: „Als Diskonter bzw. Discounter (von engl. discount = Preisnachlass, Rabatt) bezeichnet man Unternehmen des Einzelhandels, die sich durch ein schmales Warensortiment, einfache Warenpräsentation, kleine Verkaufsflächen und durch diese Kosteneinsparungen ermöglichte geringe Preise auszeichnen.“

Und seit heute mit auf meiner Liste: Tchibo. Dass die nicht erst seit gestern zu den nicht unbedenklich handelnden Unternehmen zählen dürfte allgemein bekannt sein. Aber seit gestern wird wieder durch eine beachtliche Aktion der Bloggerin Kirsten Brodde Tchibo wieder etwas mehr ins Scheinwerferlicht der kritischen Konsumenten gehieft.

Ganz kurz: es geht um Produkte, welche durch Kinderarbeit für Tchibo hergestellt werden. Bitte unbedingt lesen, auch den Artikel hier im SPIEGEL Online.

Wo mich dann wirklich ein harter Schlag getroffen hat: Spreadshirt soll die T-Shirts für Tchibo produziert haben. Da fällt mir gar nichts mehr ein, ich bin enttäuscht, so ein klug und erfolgreich aufgezogenes Unternehmen mit solch negativen Schlagzeilen in Berührung zu sehen.

Ich hoffe imständig, dass die weitere Recherche von Frau Brodde die ganze Wahrheit ans Licht bringt. Wahnsinn wäre wenn wir demnächst lesen könnten: „Spreadshirt lässt von Kinderhand produzieren“…

Schlechte Wirtschaftslage stärkt Discounter

„Hohe Inflation treibt Deutsche zu Discountern“ schreibt heute SPIEGEL Online. Die Umfrage selbst wurde im Auftrag des >Stern< von den Marktforschern bei forsa erstellt. Die Umfrage wurde am 11. Juni mit 1003 repräsentativ ausgewählten Bundesbürgern erstellt.

Mich persönlich würden jetzt noch die Details der Umfrage interessieren, also welche Fragen gestellt wurden usw. Denn eine Aussage die zu lesen ist lautet, dass „…55 Prozent der Befragten häufiger zu Sonderangeboten greifen ODER zum Discounter gehen“.

Da denke ich muss man schon noch mal genau unterscheiden, weil das ja irgendwie so klingt als wäre ein Discounter mit Sonderangeboten gleich zu setzen. Weiter kann ich mittlerweile beim Discounter ja auch meinen kompletten Haushalt einkaufen, also mit Non-Food-Artikeln, ausstatten.

Auch wie hoch oder niedrig das im Gesamtbild des Konsums steht, also ob als allererstes bei den Lebensmitteln gespart wird, dann beim Sprit, dann….

Quelle: www.spiegel.de, www.stern.de

Besser 30 Prozent…

Treffend auf den Punkt gebracht hat der Lohas-Berater Fred Grimm im aktuellen Wissen-Magazin der ZEIT, wie man versuchen kann, das Richtige hinsichlich ökologischem Denken im Allgemeinen zu tun.

„Besser 30 Prozent richtig machen, als 100 Prozent falsch.“ Etwas weiter im Text heisst es dann noch „Aber man sollte bereit sein, die eigene Vorstellung von gut und böse, grün und nicht grün immer wieder nachzujustieren“.

Das kann ich so absolut stehen lassen, vor allem auch in Bezug auf meinen Einkauf beim Discounter. Vor allem weil ich nicht alles pauschal verteufeln möchte, aber doch das bestmögliche versuche, beschränke ich mich bei meinem Einkauf beim Discounter auf das, was ich hinsichtlich nachhaltigem Konsum denke vertreten zu können. Den Rest kaufe ich auf dem Wochenmarkt (vorzugsweise Waren aus der Region & Bio) sowie in den einschlägigen Biomärkten.

Vielleicht mache ich mir mal die Mühe und beginne einen Vergleich, was den Kostenunterschied angeht. Rein gefühlsmäßig denke ich ist ein voller Einkauf beim Discounter auf jeden Fall billiger als beim Biomarkt. Aber wie auch woanders kommt es hier auch auf den Mix an, und die Kosten lassen sich vielleicht verträglich so aufteilen, dass ich die Dinge welche in meiner persönlichen Nachhaltigkeitsliste weit oben stehen, eben aus dem Biomarkt kommen und die Dinge bei denen das Nachhaltigkeitsgefühl am geringsten ist vom Discounter kommen.

Klasse Portal/Community gesichtet

Auch unter der Gefahr, dass ich mich jetzt als langsam blammiere, die gibt es ja offensichtlich bereits seit einiger Zeit…

Ich bin heute auf das Portal/die Community „Utopia“ gestoßen, die sich selbst das „Portal für strategischen Konsum“ betiteln. Befassen tut man sich dort mit vielen interessanten Themen beschäftigen und damit – durch große Unterstützung aus der eigenen Community – auseinander setzen.

Um mir einen besseren Eindruck zu verschaffen, werde ich mir das die nächsten Tage mal ansehen. Natürlich werde ich auch mal Ausschau nach Discounter-Themen halten.

Nachhaltiger Konsum

Ich überlege gerade, wo ich denn mit hoher (gefühlter) Wahrschneinlichkeit etwas zur Nachhaltigkeit beitrage, sprich „nachhaltig konsumieren“ kann. Mir sind folgende bekannt bzw. gerade eingefallen:

  • Transfair (Ein gemeinnütziger Verein mit dem Ziel, benachteiligte Produzentenfamilien in Afrika, Asien und Lateinamerika zu fördern und durch den Fairen Handel ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen zu verbessern. Vergibt auch das Produktsiegel „Fairtrade“)
  • Armed Angels (mit jedem gekauften T-Shirt wird die Schulausbildung eines indischen Kindes finanziert)
  • TOMS Shoes (für jedes gekaufte Paar Schuhe wird ein weiteres Paar an ein Kind, welches dringend welche benötigt, weiter gegeben)

Wer kennt weitere?

Interessant finde ich auch den Ansatz von eBay, eine Handelsplattform ausschließlich für fair gehandelte Güter zu schaffen. Mehr dazu bei cnet.

Nachhaltigkeit hat natürlich viele Aspekte: ökologische, ökonomische, finanzielle usw. Je nachdem wie man es auslegt, tragen die oben genannten und sicherlich noch einige andere auch über unterschiedliche Ansätze ihren Teil dazu bei.

Vielleicht sollte es dafür ja eine Art Siegel geben. Verknüpft mit einem Punktesammelsystem (ja ich weiß, bitte keine weiteren Kundenkarten mehr, ich schwimme auch bereits darin), welches den „nachhaltigen“ Konsum anregt?