Artikel bei SZ Online zu Lidl und Billigtextilien

Ein Artikel über die passive Unterstützung von Kinderarbeit durch Discounter steht heute bei SZ online http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/834/507985/text/ .

Wer Kinder hat kennt das Problem ja vielleicht: man kann nicht immer alles a) genau prüfen weil Informationen gänzlich fehlen, b) zu hundert Prozent die Herstellung nachvollziehen und c) sich andererseits die meist teurere Kleidung aus besseren Quellen leisten.

Wie geht es euch da?

Kinderarbeit bei Aldi-Produkten?

Erst wollte ich den Titel „Jetzt auch Kinderarbeit bei Aldi-Produkten“ nehmen, aber das „Jetzt auch…“ kam mir dann etwas zu irnoisch vor.

Die Süddeutsche Zeitung berichtet heute über eine aktuelle Studie der globalisierungskritischen Organisation Südwind. Die gesamte Studie kann ich sehr zum Lesen empfehlen, das Dokument gibt es bei Südwind als PDF zum Download.

Zurück zum Thema. Ich denke viele haben das sowieso vermutet, die unglaublichen Preise legen es mehr als nahe. Aber so irgendwie war für mich persönlich Alid noch der „anständigste“ Discounter von allen, wenn man das so sagen kann.

Aber nicht nur Kinderarbeit sondern auch selbstverständliche Privilegien wie zeitnahe Lohnausschüttung oder humane Arbeitszeiten deckt die Studie, welche bereits zum zweiten mal (2007 das erste mal) erscheint, auf. Hey Leute, 90 Stunden bei teilweise Minderjährigen, die dann noch Kaution für das „Privileg eines Fabrikjobs“ zahlen müssen? Da weiß ich aber was ver.di & Co. hier in Deutschland machen würde. Gut, mit Deutschland lässt sich Asien nicht direkt vergleichen, aber der negative Unterschied ist schon mehr als krass.

Fazit: Finger weg von den Billig-Produkten bei Aldi, egal ob Werkzeug (schneidet meist sowieso miserabel bei Funktions- und Sicherheitstests ab), keine sonstigen Entertainment- und Elektroprodukte etc.

UPDATE: Ein weiterer Artikel bei der Süddeutschen Zeitung Online mit dem schönen abschließenden Fazit (bzgl. Billigware aus China) „Und wer es jetzt nicht weiß, der will nicht wissen, sondern haben“.

Aus der oben genannten Studie geht auch hervor, dass bei Discountern respektive Aldi vor allem die Besserverdienenden die größte Kundengruppe darstellen. Tja, besser verdienen ist halt noch leider immer nicht mit besser wissen und besser handeln gleich zu setzen. Traurig traurig…