Artikel bei SZ Online zu Lidl und Billigtextilien

Ein Artikel über die passive Unterstützung von Kinderarbeit durch Discounter steht heute bei SZ online http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/834/507985/text/ .

Wer Kinder hat kennt das Problem ja vielleicht: man kann nicht immer alles a) genau prüfen weil Informationen gänzlich fehlen, b) zu hundert Prozent die Herstellung nachvollziehen und c) sich andererseits die meist teurere Kleidung aus besseren Quellen leisten.

Wie geht es euch da?

Aldi ist nicht besser als alle anderen…

Einem aktuellenArtikel des SPIEGEL Online zufolge ist auch Aldi mittlerweile nicht mehr ganz so sauber in der Behandlung seiner Mitarbeiter wie bisher vermutet oder tatsächlich dargestellt. Wer Aldi also bisher als Saubermann unter den Discountern gesehen hat sollte sich nicht nur deshalb den Artikel ganz genau durchlesen. Die angesprochenen Methoden sind bekannt, diese werden nicht ausschließlich von Discountern eingesetzt (Stichwort: Mobbing am Arbeitsplatz).

Dieser Druck kommt, und das wird in dem Artikel schön dargestellt, aus einer simplen Formel heraus. Umsatz pro Filiale geteilt durch Anzahl Mitarbeiterstunden = Erfolg. Je weniger Stunden desto mehr Erfolg, auch klar.

Und da möchte ich dann zum eigentlichen Punkt kommen: jeder der bei den Discountern einkauft sollte sich mal selbst in die Lage versetzen, ob er eine solche Behandlung akzeptieren oder gut heißen würde. Ich für meinen Teil kann es nicht verantworten, bei einem Laden einzukaufen von dem bekannt ist, dass er u.a. seine Mitarbeiter wie Dreck behandelt.

Ja, nicht nur Discounter behandeln ihre Mitarbeiter schlecht, aber vor allem die und vor allem bei denen ist es (eigentlich) bekannt. Ist es das, ist es wirklich ausreichend bekannt? Oder scheren sich die Kunden dennoch nicht darum? Weil der Druck Geld zu sparen viel zu stark überwiegt? Oder weil es viel mehr schlechte Menschen da draußen gibt als angenommen, denen es egal ist wie andere behandelt werden (unterstützt, indirekt, durch ihr Zutun sprich Einkauf).

PS: Eine allgemein gute Quelle zum Thema Discounter ist auch beim SPIEGEL Online hier.


Dürfen Discounter bald in Wohngebieten nicht mehr bauen?

Damit beschäftigen sich derzeit mehrere Berliner Bezirke, Bauamt etc. Wie die Berliner Morgenpost berichtet könnte es schon bald Realität sein, dass sich in Wohngebieten keine Discounter sowie auch Waschstraßen, Fast Food Ketten und so weiter ausbreiten.

Ganz ehrlich gesagt hatte ich mich mit diesem Aspekt noch überhaupt nicht auseinander gesetzt. Jedoch finde ich dies durchaus positiv und einer Unterstützung und Nachahmung wert, denn vor allem in einer Großstadt wie einer in der ich wohne gibt es zum einen nicht einmal genügend Platz um den stetig steigenden Bedarf an Wohnflächen zu decken und weiter weine ich auf beiden Augen wenn ich das kontinuierliche Sterben von immer mehr und mehr „kleinen“ Geschäften sehe.

Ist das der Ausverkauf unserer Gesundheit?

Diese Frage hat sich die Zeitschrift Ökotest vielleicht nicht gestellt, als sie frei verkäufliche Gesundheitspräparate bei den Discountern überprüft hat.

Leider habe ich den Test noch nicht gelesen, sondern bin nur über die Pharmazeutische Zeitung auf diesen Artikel hier gestoßen.

Mir hat mal mein Hausarzt gesagt, dass -sofern ich mich ausgewogen und gesund ernähre (si si)- ich keine Zusatzpräparate (z.B. Zink, Eisen, Vitamin C, D, E etc.) benötige. Also denke ich ist es jetzt nicht nur eine Blenderei der Discounter sondern allgemein all derer, die dies achso wichtigen Präparate herstellen.

Letztendlich muss es jeder selbst wissen…

Kinderarbeit bei Aldi-Produkten?

Erst wollte ich den Titel „Jetzt auch Kinderarbeit bei Aldi-Produkten“ nehmen, aber das „Jetzt auch…“ kam mir dann etwas zu irnoisch vor.

Die Süddeutsche Zeitung berichtet heute über eine aktuelle Studie der globalisierungskritischen Organisation Südwind. Die gesamte Studie kann ich sehr zum Lesen empfehlen, das Dokument gibt es bei Südwind als PDF zum Download.

Zurück zum Thema. Ich denke viele haben das sowieso vermutet, die unglaublichen Preise legen es mehr als nahe. Aber so irgendwie war für mich persönlich Alid noch der „anständigste“ Discounter von allen, wenn man das so sagen kann.

Aber nicht nur Kinderarbeit sondern auch selbstverständliche Privilegien wie zeitnahe Lohnausschüttung oder humane Arbeitszeiten deckt die Studie, welche bereits zum zweiten mal (2007 das erste mal) erscheint, auf. Hey Leute, 90 Stunden bei teilweise Minderjährigen, die dann noch Kaution für das „Privileg eines Fabrikjobs“ zahlen müssen? Da weiß ich aber was ver.di & Co. hier in Deutschland machen würde. Gut, mit Deutschland lässt sich Asien nicht direkt vergleichen, aber der negative Unterschied ist schon mehr als krass.

Fazit: Finger weg von den Billig-Produkten bei Aldi, egal ob Werkzeug (schneidet meist sowieso miserabel bei Funktions- und Sicherheitstests ab), keine sonstigen Entertainment- und Elektroprodukte etc.

UPDATE: Ein weiterer Artikel bei der Süddeutschen Zeitung Online mit dem schönen abschließenden Fazit (bzgl. Billigware aus China) „Und wer es jetzt nicht weiß, der will nicht wissen, sondern haben“.

Aus der oben genannten Studie geht auch hervor, dass bei Discountern respektive Aldi vor allem die Besserverdienenden die größte Kundengruppe darstellen. Tja, besser verdienen ist halt noch leider immer nicht mit besser wissen und besser handeln gleich zu setzen. Traurig traurig…

Augen auf beim Milch-Einkauf

Wer zufällig in der kommenden Zeit beim Milch-Einkauf (u.a. Aldi, Lidl, Penny) auf der Milchverpackung den Hinweis „ESL“ lesen sollte: bitte nicht erschrecken. Nein, es handelt sich hierbei nicht um ESeLs-Milch. ESL steht für „Extended Shelf Life“. Meist muss man sich aber gehörig anstrengen, um den Hinweis zu finden, diese wird nämlich (derzeit) noch sehr klein und versteckt aufgedruckt.

Nach wie vor steht auf den Milchverpackungen „Frische Milch“ oder ähnlich, was Verbraucherschützer bereits bemängeln. Bei der ESL-Milch handelt es sich nämlich nicht mehr um richtige frische Milch sondern um hitzebehandelte Milch, ähnlich wie bei H-Milch. Nur dass bei ESL nicht auf 135°C sonder „nur“ auf 127°C erhitzt wird, um schädliche Keime abzutöten.

Derzeit läuft eine rege Diskussion, nicht nur wegen dem ungenügend sichtbaren Hinweis auf den Verpackungen, sondern auch zur Milchqualität als solches. Einen interessanten Artikel hierzu gibt es bei der taz. Lustig finde ich hier die Aussage von Michael Brandl, seines Zeichens Chef des Milchindustrieverbandes. Der sagt nämlich lt. dem Artikel, dass die neuartig behandelte Milch „…vom Verbraucher nachgefragt würde.“. Hmm, was hier wohl zuerst kommt, die Henne oder das Ei?

Bei mir gibt es schon lange keine Milch mehr vom Discounter, sondern ausschließlich Bio-Milch – nicht nur weil ich die hyperkommerziellen Milchkonzerne nicht unterstützen möchte.

UPDATE: In der aktuellen Ausgabe der ZEIT erscheint ein höchstwahrscheinlich interessanter Artikel mit dem Titel „Abschied von der Natur“. Hier gehts zur Vorschau, ab Donnerstag den 29.01.2009 dann auch im Zeitschriftenhandel.

eLidl

Schon etwas älter die Meldung, trotzdem möchte ich sie der Vollständigkeit halber verlinken, da es sich hier ja auch um den einen Discounter handelt.

„Der Lidl Online-Shop vor dem endgültigen Start“ (via Exciting Commerce)

Hurra! Wir haben alle lange darauf gewartet. Tschuldigung, etwas Ironie muss sein in der heutigen Zeit.

Für Lidl bedeutet das natürlich die Schaffung eines neuen Absatzkanales, oder auf gut Deutsch „Channels“. Hochaktuell, gut auffindbar über Suchmaschinen, geringe Kosten oder zumindest geringere Kosten als ein lokales Ladengeschäft zu betreiben (wenn man es schlau anstellt).

Mit Tchibo, Plus und anderen nun einer der nächsten ganz großen die sich ins Internet wagen. Aldi wird sich das wahrscheinlich noch, in altbewährter Marnier, etwas ansehen, verstehen, lernen, und auch ruff damit…

Was bedeutet das alles wieder im Bezug auf Nachhaltigkeit? Na ja, eigentlich einfach nur, dass die ganze nichtnachhaltige Grüze nun auch über das Netz bezogen werden kann.

Lidl würde ich empfehlen, in den Shop KEINE Community-Features einzubauen. Denn die schlechten Bewertungen auf diverses Billighandwerkszeug aus Asien oder die von sonstwem in Asien billigst produzierten Klamotten könnte nur ein Redaktionsteam von der Größe eines afrikanischen Kleinstaates weg-moderieren. Ich komme nur drauf weil im Quelltext auf eTracker verwiesen wird, eine Firma die sich mit Live-Nutzerumfragen auf Websites und Besucherkennzahlen beschäftigt.

Aus eCommerce-Sicht ist das ja alles nett und schön, dass die Discounter sich nun auch ins Netz wagen. Aber ich hege noch immer die Hoffnung, dass sich Shops die Meinungen von anderen zulassen und wo die Community das Marketing übernehmen wird kann, langfristig gesehen überleben und die anderen verpuffen.