Selbstironie? Rewe-Chef geißelt Discount-Wahn

Tja, den Artikel hier im Spiegel lasse ich mal so stehen wie er ist. Ich möchte nur noch darauf hinweisen, dass zur Rewe-Group u.a. auch Penny-Markt (Discounter, oder?) sowie toom Baumarkt oder ProMarkt gehören. OK, Herr Caparros ärgert sich maßgeblich über den Preisverfall im Lebensmittelhandel und nicht unbedingt in Baumärkten.

Aber ein wenig eigennützig ist das ganze schon, und auch irgendwie selbstironisch, oder? Ich meine, erst werden hohe Summen in die Kleinen Preise gepumpt, dann hohe Summen in Corporate Responsibility, dann hohe Summen (ach ja, das Geld wird alles von den Gewinnen die die Kunden erzeugen geholt) in PR und Marketing zu Nachhaltigkeit geschossen – und plötzlich hilft wohl alles nicht mehr und man erkennt, dass blahblah halt doch nicht alle Konsumenten überzeugt und die Branche sich selbst einen Krebsvirus gesetzt hat.

Und nun wird umgestrickt, zurück gerudert, neu erfunden, umprogrammiert. Zitat Hr. Caparros: „Das soll sich jetzt ändern: Caparros will nun statt mit Marketing oder „irgendwelchen Gimmicks“ mit Projekten überzeugen: Mithilfe von ausgewählten Vertragslandwirten sei die Pestizidbelastung um über 20 Prozent gesunken, Strom beziehe Rewe seit 2008 zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien. Bis 2015 soll der CO-2-Ausstoß des Konzerns um 30 Prozent sinken – deutlich stärker als bei den Konkurrenten Metro und Edeka.“

Ich frage mich: was kommt denn davon bitte bei den Konsumenten an? Werden die Preise deshalb angehoben und gleichzeitig aber Produkte mit höherer Qualtität angeboten? Ich will nicht einen Klimaschutzaufschlag zahlen, damit künftig noch mehr geflogen wird als bisher weil man sich ja jetzt per Klick sein Gewissen schon bei der Flugbuchung reinwaschen kann.

Meiner Ansicht nach sollten Rewe und Co. mal bei der Auswahl ihrer Lieferanten und Produkte anfangen, dort prüfen ob die nachhaltig arbeiten/wirtschaften etc. und entsprechen einkaufen. Dann entsprechend die Preise anpassen, den Konsumenten mit Erziehung und Kommunikation zur Einkehr/Umkehr bewegen und wirklich über den allergrößten Hebel überhaupt – den Konsum durch den Konsumenten – Nachhaltigkeit unterstützen und fördern. Wo Rewe seinen Strom einkauft ist auch wichtig, aber wirklich nur ein klitzekleiner Teil des gesamten Puzzle.

Oder was meint ihr?

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